Schleimhautveränderungsfinder
Farbe, Optik und Ort anklicken. Es bleiben die passenden Befunde der Mundschleimhaut, markiert nach harmlos, behandeln oder abklären.
Befund-Filter: Was sehen Sie?
Wählen Sie Merkmale aus. Es bleiben die Befunde stehen, die dazu passen.
Farbe
Optik
Lokalisation
Beschwerden
19 von 19 Befunden passen
Kein Diagnosewerkzeug. Der Filter ordnet typische Bilder, er ersetzt weder Befund noch Histologie. Jede Veränderung, die nach Beseitigung der Ursache nicht innerhalb von zwei Wochen abheilt, gehört abgeklärt, im Zweifel per Biopsie.
Fordyce-Flecken
Harmlosektope Talgdrüsen- Typisches Bild
- Viele kleine, gelbliche Knötchen, meist beidseits an Wangenschleimhaut und Lippenrot.
- Häufigkeit
- Rund ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland (24 bis 27 %).[5]
- Vorgehen
- Normvariante. Dokumentieren und dem Patienten erklären, keine Therapie.
Lingua plicata
HarmlosFaltenzunge- Typisches Bild
- Tiefe Furchen auf dem Zungenrücken, meist längs in der Mitte. In den Furchen können Speisereste Brennen auslösen.
- Häufigkeit
- 19 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland, nimmt mit dem Alter zu.[5]
- Vorgehen
- Normvariante. Zungenreinigung empfehlen, bei Brennen an Candida denken.
Lingua geographica
HarmlosLandkartenzunge- Typisches Bild
- Rote, glatte Areale mit weißlichem Randsaum auf dem Zungenrücken, die ihre Lage innerhalb von Tagen wechseln.
- Häufigkeit
- Etwa 3 % der Erwachsenen weltweit.[15]
- Vorgehen
- Harmlos. Befund erklären, bei Brennen scharfe und saure Speisen meiden.
Linea alba und Wangenbeißen
HarmlosMorsicatio buccarum- Typisches Bild
- Weiße Leiste in Höhe der Kauebene oder zerfranste, weißliche Fläche an Wange, Lippe oder Zungenrand.
- Häufigkeit
- Lippen- oder Wangenbeißen bei 10 % der 35- bis 44-Jährigen.[5]
- Vorgehen
- Ursache ansprechen (Parafunktion, scharfe Kanten). Verschwindet die Veränderung nach Beseitigung nicht, abklären wie eine Leukoplakie.[1]
Herpes (rezidivierend)
BehandelnHerpes labialis, intraoral am Gaumen oder Zahnfleisch- Typisches Bild
- Gruppierte Bläschen, die rasch zu kleinen, schmerzhaften Erosionen aufplatzen, an der Lippe oder an fest anhaftender Schleimhaut.
- Häufigkeit
- 20 bis 32 % der Erwachsenen in Deutschland berichten von Lippenherpes.[5]
- Vorgehen
- Heilt meist in ein bis zwei Wochen ab. Aufschiebbare Behandlungen im akuten Schub verschieben.
Aphthen
Behandelnrezidivierende aphthöse Stomatitis- Typisches Bild
- Runde, sehr schmerzhafte Wunde mit gelb-weißem Fibrinbelag und rotem Hof, meist unter 1 cm, an beweglicher Schleimhaut.
- Häufigkeit
- Minor-Aphthen bei 10 bis 15 % der Bevölkerung, sie machen 85 % aller Aphthen aus.[3]
- Vorgehen
- Kleine Aphthen heilen in 7 bis 14 Tagen ohne Narbe. Bei Erwachsenen mit Läsionen über 14 Tage: Biopsie.[3, 21]
Druckstelle, traumatisches Ulkus
Behandeln- Typisches Bild
- Wunde mit klarer Ursache in der Nähe, etwa Prothesenrand, scharfe Zahnkante oder Biss.
- Häufigkeit
- Prothesenbedingte Veränderungen bei 8,5 % der Totalprothesenträger (65 bis 74 Jahre).[4]
- Vorgehen
- Ursache beseitigen und nach zwei Wochen kontrollieren. Ist die Wunde dann nicht deutlich zurückgegangen, abklären.[1]
Soor (pseudomembranöse Candidose)
Behandeln- Typisches Bild
- Weiße, abwischbare Beläge. Darunter liegt gerötete Schleimhaut, die leicht blutet.
- Häufigkeit
- Selten: 0,1 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland.[4]
- Vorgehen
- Auslöser suchen (Kortisonspray, Antibiotika, Immunschwäche, Prothese) und antimykotisch behandeln.
Prothesenstomatitis
Behandelnerythematöse Candidose unter der ProtheseReizfibrom
Behandelnfibröse HyperplasieEpulis, pyogenes Granulom
Behandeln- Typisches Bild
- Gestielter oder breitbasiger Knoten am Zahnfleisch, rot und blutungsfreudig oder blass und derb.
- Häufigkeit
- Keine belastbaren Bevölkerungszahlen.
- Vorgehen
- Exzision mit Histologie, Reizfaktoren (Plaque, Kanten) beseitigen. Die BEMA 50 nennt die Epulis ausdrücklich.[18]
Mukozele
Behandelnam Mundboden: Ranula- Typisches Bild
- Weiche, bläulich durchscheinende Schwellung, meist an der Unterlippe, oft nach Biss. Kann platzen und wiederkommen.
- Häufigkeit
- Über 16 % aller Gewebeproben bei Kindern in einer britischen Serie.[23]
- Vorgehen
- Exzision mit der beteiligten Speicheldrüse und Histologie.
Amalgamtätowierung
Harmlos- Typisches Bild
- Blau-grauer, flacher Fleck nahe einer Amalgamfüllung oder an einer früheren Extraktions- oder WSR-Stelle.
- Häufigkeit
- Häufig, keine belastbaren Bevölkerungszahlen.
- Vorgehen
- Röntgenbild zeigt oft Metallpartikel. Pigmentierung ohne klare Erklärung oder mit Wachstum abklären.
Raucherkeratose
BehandelnGaumen bei Pfeifenrauchern: NikotinstomatitisOraler Lichen planus
Abklärenauch lichenoide Läsion, z. B. an Amalgamfüllungen- Typisches Bild
- Weißes Netz oder Streifen, meist beidseits an der Wange. Erosive Form mit roten, wunden Arealen, am Zahnfleisch als desquamative Gingivitis.
- Häufigkeit
- Rund 1 % weltweit, 0,7 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland. Entartung bei rund 1,4 %.[4, 13, 14]
- Vorgehen
- Diagnose histologisch sichern, Kontrolle spätestens alle 4 Monate. Bürstenbiopsie BEMA 05 einmal in 12 Monaten.[1, 18]
Leukoplakie
Abklären- Typisches Bild
- Weiße, nicht abwischbare Fläche, die sich keiner anderen Erkrankung zuordnen lässt. Inhomogene, rot-weiße Formen sind riskanter.
- Häufigkeit
- 4,3 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland (2014: 0,7 %). Entartung bei rund 10 %.[4, 9]
- Vorgehen
- Ursache beseitigen. Ist die Fläche nach zwei Wochen nicht weg: Biopsie oder Überweisung. Danach dauerhaft kontrollieren.[1]
Proliferative verruköse Leukoplakie
AbklärenErythroplakie
AbklärenPlattenepithelkarzinom
Abklären- Typisches Bild
- Nicht heilende Wunde mit derbem Rand, rote oder weiße Fläche, Knoten. Früh oft schmerzlos, typisch an Zungenrand und Mundboden.
- Häufigkeit
- 12.880 Neuerkrankungen an Mundhöhle und Rachen in Deutschland (2023). 0,4 % der 65- bis 74-Jährigen.[4, 17]
- Vorgehen
- Unverzüglich zum Spezialisten überweisen. Jede unklare Veränderung über zwei Wochen ist verdächtig.[2]
Informationsangebot für zahnärztliche Fachkreise, keine Patientenberatung. Das Tool ersetzt weder Befund noch Diagnose. Die Verantwortung für Behandlung und Abrechnung bleibt bei der Praxis.
Quellen
- AWMF-Register 007-092, S2k-Leitlinie Diagnostik und Management von Vorläuferläsionen des oralen Plattenepithelkarzinoms in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Stand September 2019 (abgelaufen, in Überarbeitung), 01.09.2019. Abgerufen am 02.10.2026
- Leitlinienprogramm Onkologie, S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms, Langversion 3.0 (AWMF-Register 007-100OL), 01.03.2021. Abgerufen am 02.10.2026
- AWMF-Register 007-101, S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut, Version 2.0, 30.04.2023. Abgerufen am 02.10.2026
- Hertrampf K et al.: Oral mucosal changes in seniors: results of the 6th German Oral Health Study (DMS • 6). Quintessence Int 2026;57(Suppl):S76–S81, 14.04.2026. Abgerufen am 02.10.2026
- Reichart PA: Oral mucosal lesions in a representative cross-sectional study of aging Germans. Community Dent Oral Epidemiol 2000;28:390–398, 01.10.2000. Abgerufen am 02.10.2026
- Kovac-Kovacic M, Skaleric U: The prevalence of oral mucosal lesions in a population in Ljubljana, Slovenia. J Oral Pathol Med 2000;29:331–335, 01.08.2000. Abgerufen am 02.10.2026
- Warnakulasuriya S et al.: Oral potentially malignant disorders: A consensus report from an international seminar on nomenclature and classification, convened by the WHO Collaborating Centre for Oral Cancer. Oral Dis 2021, 31.10.2020. Abgerufen am 02.10.2026
- Mello FW et al.: Prevalence of oral potentially malignant disorders: A systematic review and meta-analysis. J Oral Pathol Med 2018, 10.05.2018. Abgerufen am 02.10.2026
- Aguirre-Urizar JM et al.: Malignant transformation of oral leukoplakia: Systematic review and meta-analysis of the last 5 years. Oral Dis 2021, 18.02.2021. Abgerufen am 02.10.2026
- Iocca O et al.: Potentially malignant disorders of the oral cavity and oral dysplasia: A systematic review and meta-analysis of malignant transformation rate by subtype. Head Neck 2020, 05.12.2019. Abgerufen am 02.10.2026
- Lorenzo-Pouso AI et al.: Critical update, systematic review, and meta-analysis of oral erythroplakia as an oral potentially malignant disorder. J Oral Pathol Med 2022;51:585–593, 11.05.2022. Abgerufen am 02.10.2026
- Lafuente Ibáñez de Mendoza I et al.: Malignant development of proliferative verrucous/multifocal leukoplakia: A critical systematic review, meta-analysis and proposal of diagnostic criteria. J Oral Pathol Med 2022, 24.09.2021. Abgerufen am 02.10.2026
- González-Moles MÁ et al.: Worldwide prevalence of oral lichen planus: A systematic review and meta-analysis. Oral Dis 2021, 07.03.2020. Abgerufen am 02.10.2026
- González-Moles MÁ, Ramos-García P: An Evidence-Based Update on the Potential for Malignancy of Oral Lichen Planus and Related Conditions: A Systematic Review and Meta-Analysis. Cancers 2024, 31.01.2024. Abgerufen am 02.10.2026
- Pereira RDPL et al.: Worldwide prevalence of geographic tongue in adults: A systematic review and meta-analysis. Oral Dis 2023;29:3091–3100, 08.10.2022. Abgerufen am 02.10.2026
- Perić M et al.: A Systematic Review of Denture Stomatitis: Predisposing Factors, Clinical Features, Etiology, and Global Candida spp. Distribution. J Fungi 2024;10:328, 17.05.2024. Abgerufen am 02.10.2026
- Zentrum für Krebsregisterdaten (RKI): Krebs in Deutschland, Mundhöhle und Rachen (C00–C14), Ausgabe 2025, 02.03.2026. Abgerufen am 02.10.2026
- KZBV: Einheitlicher Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA), Stand 1. Januar 2026, 01.01.2026. Abgerufen am 02.10.2026
- BZÄK: GOZ-Kommentar, GOZ-Nr. 3070 Exzision von Schleimhaut oder Granulationsgewebe, 10.11.2024. Abgerufen am 02.10.2026
- BZÄK: GOZ-Kommentar, GOZ-Nr. 3080 Exzision einer Schleimhautwucherung größeren Umfangs, 10.11.2024. Abgerufen am 02.10.2026
- Staines K, Greenwood M: Aphthous ulcers (recurrent). BMJ Clin Evid 2015, 26.02.2015. Abgerufen am 02.10.2026
- Rivera C et al.: Oral mucosal lesions in a Chilean elderly population: a retrospective study with a systematic review from thirteen countries. J Clin Exp Dent 2017;9:e276–e283, 01.02.2017. Abgerufen am 02.10.2026
- Jones AV, Franklin CD: An analysis of oral and maxillofacial pathology found in children over a 30-year period. Int J Paediatr Dent 2006;16:19–30, 01.01.2006. Abgerufen am 02.10.2026