Studie der Woche: Zahntransplantation oder Sofortimplantat im Seitenzahnbereich
Implikation für den Dental-Unternehmer
- Nehmen Sie die Zahntransplantation in die Aufklärung über Alternativen auf, wenn ein passender Spenderzahn da ist, etwa ein Weisheitszahn.
- Die Transplantation ist eine eigene GOZ-Leistung (Nr. 3160). Entfernung des Spenderzahns und Schienung werden zusätzlich berechnet.
- Planen Sie nach der Transplantation eine Versorgung mit Höckerüberkupplung ein. Das stützt den Erfolg und ist eine eigene Folgeleistung.
Eine Meta-Analyse vergleicht transplantierte Zähne mit Sofortimplantaten als Ersatz nicht erhaltungswürdiger Seitenzähne. Beide schneiden nach drei Jahren ähnlich gut ab.
In 2 Minuten
- Eine Meta-Analyse im Journal of Endodontics vergleicht Sofortimplantate (7 Studien, 153 Patienten) mit transplantierten ausgereiften Zähnen (6 Studien, 189 Patienten) im Seitenzahnbereich.
- Nach 12 Monaten lag die Erfolgsrate bei 97,0 Prozent für Sofortimplantate und 95,9 Prozent für Transplantate, nach 36 Monaten bei 97,0 und 90,3 Prozent. Die Unterschiede waren nicht signifikant.
- Transplantate mit indirekter Versorgung und Höckerüberkupplung hatten nach 36 Monaten höhere Erfolgsraten. Alle Studien waren Kohortenstudien, die Fallzahlen sind klein.
- Die S2k-Leitlinie Implantationszeitpunkte verlangt, Patienten über die Therapiealternativen aufzuklären, und nennt die Sofortimplantation ein komplexes Verfahren mit strenger Indikation.
- Was Sie jetzt tun sollten: Prüfen Sie vor der Extraktion eines Molaren, ob ein Spenderzahn zur Verfügung steht, und nennen Sie die Transplantation dann als Alternative.
Jede Woche stellt Chairside eine aktuelle Studie aus einem führenden zahnmedizinischen Journal vor und ordnet sie für die Praxis ein. Diese Woche: Transplantierter Zahn oder Sofortimplantat, wenn ein Seitenzahn nicht zu halten ist.
Take-home-Messages
- Gleichwertig auf kurze Sicht: Transplantate und Sofortimplantate erreichen nach einem Jahr Erfolgsraten um 96 bis 97 Prozent.
- Nach drei Jahren offen: Transplantate lagen bei 90 Prozent, Implantate bei 97 Prozent. Der Unterschied war nicht signifikant, die Fallzahlen sind klein.
- Höcker überkuppeln: Transplantate mit indirekter Versorgung und Höckerüberkupplung waren nach drei Jahren erfolgreicher.
- Alternative nennen: Wo ein Spenderzahn da ist, gehört die Transplantation in die Aufklärung.
Die Studie
Eine Arbeitsgruppe aus Ajman und Lissabon hat 13 Kohortenstudien mit mindestens 12 Monaten Nachbeobachtung ausgewertet: 7 zu Sofortimplantaten (153 Patienten) und 6 zu transplantierten ausgereiften Zähnen (189 Patienten), jeweils als Ersatz nicht erhaltungswürdiger Seitenzähne (DOI 10.1016/j.joen.2026.09.009, online seit 29. September 2026). [1]
Nach 12 Monaten lag die gepoolte Erfolgsrate bei 97,0 Prozent für Sofortimplantate und 95,9 Prozent für Transplantate. Nach 36 Monaten blieben die Implantate bei 97,0 Prozent, die Transplantate sanken auf 90,3 Prozent (95 %-KI 77,2 bis 100 Prozent). Beide Unterschiede waren nicht statistisch signifikant. Eine Versorgung mit Höckerüberkupplung war nach 36 Monaten ein signifikanter Erfolgsfaktor für Transplantate. Geschlecht, Alter und Molarenposition hatten keinen messbaren Einfluss. [1]
Einschränkungen: Es gibt keine randomisierten Studien, die Gruppen stammen aus verschiedenen Studien und sind nicht direkt vergleichbar. Das breite Konfidenzintervall nach 36 Monaten zeigt, wie unsicher der Wert für Transplantate ist.
Was die Leitlinie sagt
Eine deutsche Leitlinie zur Zahntransplantation gibt es nicht. Die S2k-Leitlinie Implantationszeitpunkte (AWMF 083-040, gültig bis Dezember 2027) fordert, die Implantatplanung zu beginnen, sobald eine Extraktion mit späterer Implantatversorgung feststeht, und den Patienten dabei über die relevanten Therapiealternativen aufzuklären (Empfehlung 1, starker Konsens). [2] Zur Sofortimplantation hält sie fest, dass Einzelzahn-Sofortimplantate eine etwas geringere Überlebensrate haben als Früh- oder Spätimplantate (Statement 2). Die Indikation soll im Einzelfall nach sorgfältiger Abwägung gestellt werden (Empfehlung 5). [2]
Abrechnung
Die Transplantation eines Zahnes einschließlich operativer Schaffung des Knochenbettes ist GOZ 3160 (650 Punkte, 84,08 Euro beim 2,3-fachen Satz). [3] Laut GOZ-Kommentar der BZÄK wird die vorherige Entfernung des Spenderzahns nach den Nummern 3000 bis 3045 gesondert berechnet. Auch die Fixierung, etwa durch Schienung, das Einschleifen und der Zuschlag aus Abschnitt L sowie der OP-Zuschlag 0510 kommen hinzu. Anpassungen der Zahnform am Transplantat sind analog zu berechnen. [3]
Häufige Fragen
Für wen kommt eine Zahntransplantation in Frage?
Für Patienten mit einem nicht erhaltungswürdigen Seitenzahn und einem passenden Spenderzahn, häufig einem Weisheitszahn. Die ausgewerteten Studien betrafen ausgereifte Zähne mit abgeschlossenem Wurzelwachstum.
Ist die Transplantation dem Implantat überlegen?
Nein, die Studie zeigt keinen signifikanten Unterschied. Nach drei Jahren lagen Transplantate tendenziell niedriger. Die Datenbasis ist klein und besteht nur aus Kohortenstudien.
Quellen
- Elmsmari et al., Autotransplantation versus Immediate Implant Placement for Replacement of Non-Restorable Posterior Teeth: A Systematic Review and Meta-Analysis (J Endod 2026), 29.09.2026. Abgerufen am 05.10.2026
- AWMF-Register 083-040, S2k-Leitlinie Implantationszeitpunkte (Langfassung, Stand Dezember 2022, gültig bis Dezember 2027), Empfehlungen 1 und 5, Statement 2, 02.12.2022. Abgerufen am 05.10.2026
- BZÄK, GOZ-Kommentar Nr. 3160. Abgerufen am 05.10.2026
Stand: 05.10.2026. Allgemeine Information, keine Beratung im Einzelfall. Regionale Abweichungen der KZVen möglich.
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