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Wissenschaft

Studie der Woche: Gingivitis – was Instruktion, Motivation und elektrische Zahnbürste bringen

Implikation für den Dental-Unternehmer

  • Mundhygienestatus und Unterweisung sind privat eigene Leistungen (GOZ 1000 und 1010) und an fortgebildetes Personal delegierbar.
  • Planen Sie für Gingivitispatienten Kontrolltermine mit erneuter Unterweisung ein, wiederholte Instruktion wirkt nachweisbar.
  • Schulen Sie Ihr Prophylaxeteam auf praktische Übungen am Patienten statt reiner Erklärung, das verlangt auch die Leitlinie.

Eine Meta-Analyse aus 37 randomisierten Studien vergleicht Mundhygieneinstruktion, Motivationshilfen und elektrische Zahnbürsten bei Gingivitis.

Veröffentlicht 05.10.2026Stand 12.10.20262 Min. LesezeitFachlich geprüft: Dentapal GmbH
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In 2 Minuten

  • Eine systematische Übersicht mit Meta-Analyse im Journal of Clinical Periodontology wertet 37 randomisierte Studien zur Behandlung der plaqueinduzierten Gingivitis bei Erwachsenen aus.
  • Intensivere Mundhygieneinstruktion und Verhaltens- oder Motivationshilfen senkten das Zahnfleischbluten etwas stärker als eine Standardinstruktion. Elektrische Zahnbürsten wirkten deutlich stärker als Handzahnbürsten.
  • Am besten schnitten oszillierend-rotierende und hochfrequente Schallzahnbürsten ab. Die S3-Leitlinie zum mechanischen Biofilmmanagement verlangt eine detaillierte, bei Bedarf praktische Instruktion.
  • Was Sie jetzt tun sollten: Prüfen Sie Ihr Gingivitis-Konzept: strukturierte Instruktion mit Übungen, Kontrolltermine und eine Beratung zur elektrischen Zahnbürste.

Jede Woche stellt Chairside eine aktuelle Studie aus einem führenden zahnmedizinischen Journal vor und ordnet sie für die Praxis ein. Diese Woche: Was bei Gingivitis wirklich hilft, mehr Instruktion, Motivationshilfen oder eine elektrische Zahnbürste.

Take-home-Messages

  • Bürste zählt: Elektrische Zahnbürsten senkten Zahnfleischbluten und Plaque deutlich stärker als Handzahnbürsten.
  • Instruktion lohnt sich: Intensivere Unterweisung und Motivationshilfen brachten kleine, aber konstante Verbesserungen.
  • Leitlinie passt: Detaillierte Instruktion mit praktischen Übungen ist dort eine starke Empfehlung.
  • Abrechnung: Privat über GOZ 1000 und 1010, delegierbar an fortgebildetes Personal.

Die Studie

Eine Arbeitsgruppe aus Glasgow, Amsterdam und London hat 37 randomisierte Studien zu Erwachsenen mit Gingivitis ausgewertet (DOI 10.1111/jcpe.70192, online seit 5. Oktober 2026). [1] Verglichen wurden drei Fragen: intensivere gegen Standard-Mundhygieneinstruktion (7 Studien), Verhaltens-, Motivations- und digitale Hilfen gegen Standardinstruktion (9 Studien) sowie elektrische gegen Handzahnbürsten (21 Studien). Hauptzielgröße war die Blutung auf Sondieren nach mindestens drei Monaten. [1]

Intensivere Instruktion senkte das Zahnfleischbluten statistisch signifikant, aber nur mäßig. Verhaltens- und Motivationshilfen brachten kleine, aber über die Studien hinweg konstante Vorteile. Elektrische Zahnbürsten reduzierten Blutung und Plaque deutlich stärker als Handzahnbürsten. In der Netzwerk-Meta-Analyse lagen oszillierend-rotierende und hochfrequente Schallzahnbürsten vorn. [1] Die Autoren betonen, dass die Grundlage trotzdem eine gut angeleitete, regelmäßige Selbstpflege ist. [1]

Einschränkung: Die Zusammenfassung nennt keine Effektgrößen in Zahlen.

Was die Leitlinie sagt

Die S3-Leitlinie „Häusliches mechanisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ (AWMF 083-022, Stand 2018, Amendment 2020, Gültigkeit bis Dezember 2023) empfiehlt: [2]

  • Mindestens zwei Minuten putzen, unabhängig von der Zahnbürste (starke Empfehlung).
  • Elektrische Zahnbürsten, vor allem oszillierend-rotierende, reduzieren Gingivitis geringfügig stärker. Ihre Verwendung kann empfohlen werden (offene Empfehlung).
  • Unabhängig von der Bürste soll eine detaillierte Instruktion mit Bürstsystematik und Fokus auf den Zahnfleischrand erfolgen, bei Verbesserungsbedarf individualisiert und mit praktischen Übungen (starke Empfehlung).

Die neue Meta-Analyse stützt diese Empfehlungen und spricht für einen größeren Vorteil der elektrischen Zahnbürste, als die Leitlinie 2018 formuliert hat.

Abrechnung

Privat ist die Erstellung eines Mundhygienestatus mit eingehender Unterweisung GOZ 1000 (200 Punkte, 25,87 Euro beim 2,3-fachen Satz, mindestens 25 Minuten, einmal im Jahr). [3] Die Kontrolle des Übungserfolgs mit weiterer Unterweisung ist GOZ 1010 (100 Punkte, 12,94 Euro beim 2,3-fachen Satz, mindestens 15 Minuten, dreimal im Jahr). [4] Beide Leistungen umfassen Indizes, Anfärben, praktische Übungen und Motivation und sind laut BZÄK an fortgebildete Mitarbeiter delegierbar. [3, 4]

Häufige Fragen

Sollte ich Gingivitispatienten eine elektrische Zahnbürste empfehlen?

Die Studienlage spricht dafür, vor allem für oszillierend-rotierende und hochfrequente Schallzahnbürsten. Die Leitlinie von 2018 formuliert das als Kann-Empfehlung. Entscheidend bleibt eine gute Instruktion, unabhängig von der Bürste.

Wie oft kann ich die Unterweisung privat berechnen?

GOZ 1000 einmal und GOZ 1010 dreimal innerhalb eines Jahres, jeweils mit Mindestdauer (25 bzw. 15 Minuten).

Quellen

  1. Suvan et al., Management of Dental Biofilm-Induced Gingivitis: Oral Hygiene Instruction, Behavioural Strategies and Self-Performed Mechanical Oral Hygiene – A Systematic Review and Meta-Analysis (J Clin Periodontol 2026), 05.10.2026. Abgerufen am 12.10.2026
  2. AWMF-Register 083-022, S3-Leitlinie Häusliches mechanisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis (Kurzversion, Stand November 2018, Amendment Dezember 2020), 01.12.2020. Abgerufen am 12.10.2026
  3. BZÄK, GOZ-Kommentar Nr. 1000. Abgerufen am 12.10.2026
  4. BZÄK, GOZ-Kommentar Nr. 1010. Abgerufen am 12.10.2026

Stand: 12.10.2026. Allgemeine Information, keine Beratung im Einzelfall. Regionale Abweichungen der KZVen möglich.

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