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Zahl der Zahnärzte in Deutschland: Weniger Praxisinhaber, mehr Angestellte

Implikation für den Dental-Unternehmer

  • Die Zahl der Praxen sank 2014 bis 2024 um 14,3 Prozent, rechnen Sie bei der Praxisabgabe mit längerer Nachfolgersuche, besonders im Osten.
  • 31 Prozent der Zahnärzte in der GKV-Versorgung sind angestellt, eine Anstellung mit Übernahmeoption kann Ihre Nachfolge vorbereiten.
  • 64,7 Prozent der angestellten Zahnärzte sind Frauen, passende Arbeitszeitmodelle machen Sie als Arbeitgeber attraktiver.

Die Zahl der Behandler ist stabil, doch die Niederlassung geht seit Jahren zurück. Die Zahlen von KZBV und BZÄK bis 2025 und was sie für Ihre Praxis bedeuten.

Veröffentlicht 28.09.2026Stand 28.09.20264 Min. LesezeitFachlich geprüft: Dentapal GmbH
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In 2 Minuten

  • Die Zahl der Behandler ist stabil: Ende 2024 nahmen 62.874 Zahnärztinnen und Zahnärzte an der vertragszahnärztlichen Versorgung teil, fast genauso viele wie 2015 (62.211).
  • Dahinter steckt ein Umbau. Die Zahl der Vertragszahnärzte sank von 52.859 (2014) auf 43.166 (2024), minus 18 Prozent. Die Zahl der Angestellten stieg von 8.875 auf 19.708.
  • Die Zahl der Praxen fiel im selben Zeitraum von 43.684 auf 37.423. Ende 2024 gab es 1.511 zahnärztliche MVZ mit 4.793 angestellten Zahnärzten.
  • In den neuen Bundesländern sinkt die Zahl der behandelnd tätigen Zahnärzte seit 2014 um rund 10 Prozent. Dort liegt der Versorgungsgrad 2024 erstmals unter dem der alten Bundesländer.
  • Was Sie jetzt tun sollten: Planen Sie Nachfolge und Personal früh. Junge Zahnärztinnen und Zahnärzte suchen häufiger eine Anstellung als eine eigene Praxis, das gilt besonders für Abgeber im Osten und auf dem Land.

Behandler stabil, Niederlassung rückläufig

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) wertet jedes Jahr die Zulassungsstatistiken der KZVen aus. Gezählt werden alle Zahnärzte, die zum 31. Dezember an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmen.

JahrVertragszahnärzteAngestellte ZahnärzteZusammen
200555.605–55.605
201054.2455.04159.286
201452.8598.87561.734
201651.53911.14762.686
201849.67913.83463.513
202047.27915.58862.867
202245.24517.51462.759
202344.05218.81762.869
202443.16619.70862.874
30.06.202542.54820.50163.049

Quelle: KZBV, Jahrbuch 2025, Tab. 6.6. Angestellte = in Praxen und MVZ angestellte Zahnärzte. Vor 2007 durften Vertragszahnärzte nur sehr eingeschränkt Zahnärzte anstellen, deshalb gibt es für 2005 keinen Wert.

  • Vertragszahnärzte: Rückgang um 9.693 in zehn Jahren (2014 bis 2024), im Schnitt 2 Prozent pro Jahr.
  • Angestellte: mehr als verdoppelt. 2024 war fast jeder dritte Zahnarzt in der GKV-Versorgung angestellt (31 Prozent), 2010 noch jeder zwölfte.
  • Zusammen: seit 2015 praktisch unverändert. Laut KZBV ist „der langjährige Trend steigender Behandlerzahlen jedoch gebrochen“.

Als Gründe nennt die KZBV das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (2007), das Anstellungen und Zweigpraxen erleichtert hat, und das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (2015), das rein zahnärztliche MVZ erlaubt. Außerdem wechseln Vertragszahnärzte in die Anstellung, und Berufsanfänger wählen häufiger eine Anstellung statt der eigenen Praxis.

Weniger Praxen, mehr MVZ

  • Praxen: 43.684 im Jahr 2014, 37.423 im Jahr 2024. Das sind 6.261 Praxen oder 14,3 Prozent weniger.
  • MVZ: Ende 2024 gab es 1.511 zahnärztliche MVZ mit 4.793 angestellten Zahnärzten.
  • Berufsausübungsgemeinschaften: Anteil 2024 bei 17,2 Prozent (alte Länder) und 10,8 Prozent (neue Länder). Er sinkt seit zehn Jahren, weil Gemeinschaftspraxen häufiger als MVZ gegründet oder in MVZ umgewandelt werden.

Alle Zahnärzte laut Kammerstatistik

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zählt alle Mitglieder der Landeszahnärztekammern, auch Privatzahnärzte und Zahnärzte außerhalb der Praxis.

JahrZahnärzte insgesamtBehandelnd tätigNiedergelassenEinwohner je Behandler
200078.74263.36253.8851.298
201086.42867.82054.6841.205
201491.63170.99253.2581.144
201897.26272.54150.0091.144
2022101.34472.76745.5411.142
2024103.99873.51143.6631.137

Quelle: Statistik der BZÄK und Statistisches Bundesamt, zusammengestellt in KZBV, Jahrbuch 2025, Tab. 6.1. Niedergelassen einschließlich Privatzahnärzte. Stand jeweils Jahresende.

Die Zahl der Kammermitglieder wächst weiter, die Zahl der behandelnd tätigen Zahnärzte nur noch leicht. Gut 30.000 Kammermitglieder sind nicht behandelnd tätig.

Ost und West entwickeln sich auseinander

20142024Veränderung
Behandelnd tätig, alte Länder (inkl. Berlin)59.64063.308+6,2 %
Behandelnd tätig, neue Länder11.35210.203−10,1 %
Einwohner je Behandler, alte Länder1.1521.124
Einwohner je Behandler, neue Länder1.1021.216

Quelle: KZBV, Jahrbuch 2025, Tab. 6.3 (Daten der BZÄK).

2014 kamen in den neuen Ländern weniger Einwohner auf einen Zahnarzt als im Westen. 2024 ist es umgekehrt. Die KZBV erwartet, dass dort auch künftig mehr Zahnärzte altersbedingt ausscheiden als in den alten Ländern. Der durchschnittliche Versorgungsgrad liegt in beiden Regionen noch über 100 Prozent. Unterversorgung gibt es laut KZBV derzeit in keinem Planungsbereich.

Wer heute Zahnarzt ist

  • Alter: Durchschnittsalter der Vertrags- und angestellten Zahnärzte 2024: 50,4 Jahre, so wie 2015. Ein Viertel ist jünger als 40, ein Viertel älter als 60 Jahre.
  • Osten älter: 51,6 Jahre in den neuen gegenüber 50,2 Jahren in den alten Ländern.
  • Frauenanteil: 47,5 Prozent (2015: 41,4 Prozent). Bei den Angestellten sind es 64,7 Prozent.
  • Nachwuchs: 2.448 Approbationen im Jahr 2024. Seit 2019 liegt die Zahl jedes Jahr über 2.300. 2024 begannen 2.246 Studierende ein Zahnmedizinstudium.

Quelle: KZBV, Jahrbuch 2025, Kurzbericht Kapitel 6 und Tab. 6.4.

Nächste Zahlen

Die Jahresendwerte 2025 erscheinen voraussichtlich im KZBV-Jahrbuch 2026. Die Werte zum 30. Juni 2025 zeigen, dass sich der Trend fortsetzt.

Häufige Fragen

Warum nennen KZBV und BZÄK unterschiedliche Zahlen?

Die KZBV zählt nur Zahnärzte, die an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmen (Vertragszahnärzte und angestellte Zahnärzte in Praxen und MVZ). Die BZÄK zählt alle Kammermitglieder, also auch Privatzahnärzte, Assistenten, Zahnärzte außerhalb von Praxen und Mitglieder ohne zahnärztliche Tätigkeit.

Gibt es zu wenige Zahnärzte?

Bundesweit noch nicht. Laut KZBV liegen die durchschnittlichen Versorgungsgrade in alten und neuen Bundesländern 2024 über 100 Prozent, Unterversorgung gibt es in keinem Planungsbereich. Die KZBV warnt aber, dass der langjährige Trend steigender Behandlerzahlen gebrochen ist.

Quellen

  1. KZBV, Jahrbuch 2025. Statistische Basisdaten zur vertragszahnärztlichen Versorgung, Kapitel 6 Zahnärzte- und Bevölkerungszahlen (PDF)
  2. KZBV, Jahrbuch 2025, S. 166 und 167, Vertragszahnärzte und angestellte Zahnärzte 1992 bis 2025 (PDF)
  3. KZBV, Zahlen zur vertragszahnärztlichen Versorgung (Statistisches Jahrbuch)
  4. BZÄK, Mitgliederstatistik der (Landes-)Zahnärztekammern

Stand: 28.09.2026. Allgemeine Information, keine Beratung im Einzelfall. Regionale Abweichungen der KZVen möglich.

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