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Wissenschaft

Mundschleimhaut 2026: die häufigsten Veränderungen, mit Befund-Filter

Implikation für den Dental-Unternehmer

  • Leukoplakien bei 65- bis 74-Jährigen sind von 0,7 auf 4,3 % gestiegen. Mit älterem Patientenstamm wächst der Abklärungsbedarf in Ihrer Praxis.
  • Die Schleimhautinspektion steckt in der BEMA 01. Die Bürstenbiopsie BEMA 05 gibt es nur bei Leukoplakie, Erythroplakie und Lichen, einmal in 12 Monaten.
  • Legen Sie im Team eine Zwei-Wochen-Wiedervorlage mit Foto fest. Bei Persistenz folgt Biopsie oder Überweisung, so geht kein Befund verloren.
  • Fibrom, Epulis und Mukozele entfernen Sie selbst (BEMA 50, GOZ 3080). Klären Sie den Überweisungsweg zur MKG für Verdachtsfälle vorab.

Von Fordyce bis Leukoplakie. Die häufigsten Befunde der Mundschleimhaut, wann sie harmlos sind und wann sie abgeklärt werden müssen. Mit interaktivem Filter nach Farbe, Optik und Ort.

Veröffentlicht 02.10.2026Stand 02.10.20265 Min. LesezeitFachlich geprüft: Dentapal GmbH
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In 2 Minuten

  • Die meisten Befunde sind harmlos. Fordyce-Flecken hat jeder vierte Erwachsene, eine Faltenzunge fast jeder fünfte Senior.
  • Leukoplakien bei 65- bis 74-Jährigen sind laut DMS 6 von 0,7 % (2014) auf 4,3 % (2023) gestiegen. Rund jede zehnte entartet.
  • Die Erythroplakie ist selten, aber bei der ersten Biopsie schon in 43 % ein Karzinom.
  • Leitlinienregel: Jede Veränderung, die zwei Wochen nach Beseitigung der Ursache nicht abheilt, wird histologisch abgeklärt.
  • Was Sie jetzt tun sollten: Inspizieren Sie bei jeder 01 die gesamte Schleimhaut, dokumentieren Sie Befunde mit Foto und vergeben Sie feste Kontrolltermine nach zwei Wochen.

Fast zwei Drittel Ihrer erwachsenen Patienten haben irgendeinen Befund an der Mundschleimhaut. [5] Die meisten sind harmlos. Einige wenige sind Vorläufer eines Karzinoms, und genau die sind in den letzten Jahren häufiger geworden. Dieser Artikel ordnet die häufigsten Befunde nach aktuellem Stand und hilft mit einem Filter beim Einordnen.

Was neu ist

Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) hat 2023 bei 65- bis 74-Jährigen die Schleimhaut fotografisch erfasst. [4] Das wichtigste Ergebnis: Leukoplakien sind von 0,7 % (2014) auf 4,3 % gestiegen, bei Männern auf 6,6 %, bei Rauchern auf 8,3 %. [4] Insgesamt hatten 13,3 % der jüngeren Senioren eine Schleimhautveränderung. [4]

Schleimhautbefunde bei 65- bis 74-Jährigen in Deutschland (DMS 6, 2023)
  • Leukoplakie4,3 %
  • Prothesenbedingte Veränderungen1,8 %
  • Oraler Lichen planus0,7 %
  • Raucherkeratose0,7 %
  • Karzinom0,4 %
  • Candida0,1 %

Quelle: Hertrampf et al., DMS 6, Quintessence Int 2026. Fotografische Befundung, ohne Biopsie.

Im Längsschnitt entwickelte knapp jeder Zehnte, der 2014 ohne Befund war, bis 2023 eine neue Veränderung. Bei 0,9 % war es ein neues Karzinom. [4]

Weitere Entwicklungen:

  • WHO-Klassifikation 2020: Die oralen potenziell malignen Erkrankungen umfassen jetzt auch lichenoide Läsionen. [7]
  • Aphthen-Leitlinie 2023: Die S2k-Leitlinie 007-101 ist bis 2028 gültig. [3]
  • Leitlinien in Überarbeitung: Die S2k-Leitlinie zu Vorläuferläsionen (007-092) und die S3-Leitlinie Mundhöhlenkarzinom sind älter als fünf Jahre und werden überarbeitet. [1, 2] Ihre Empfehlungen bleiben bis zur Neufassung der maßgebliche Konsens.

Befund-Filter: Was sehen Sie?

Klicken Sie an, was Sie sehen. Es bleiben die Befunde stehen, die typischerweise dazu passen. Die farbige Markierung zeigt, was zu tun ist: harmlos, behandeln oder abklären.

Befund-Filter: Was sehen Sie?

Wählen Sie Merkmale aus. Es bleiben die Befunde stehen, die dazu passen.

Farbe
Optik
Lokalisation
Beschwerden
19 von 19 Befunden passen
Kein Diagnosewerkzeug. Der Filter ordnet typische Bilder, er ersetzt weder Befund noch Histologie. Jede Veränderung, die nach Beseitigung der Ursache nicht innerhalb von zwei Wochen abheilt, gehört abgeklärt, im Zweifel per Biopsie.
  • Fordyce-Flecken

    Harmlos
    ektope Talgdrüsen
    Typisches Bild
    Viele kleine, gelbliche Knötchen, meist beidseits an Wangenschleimhaut und Lippenrot.
    Häufigkeit
    Rund ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland (24 bis 27 %).[5]
    Vorgehen
    Normvariante. Dokumentieren und dem Patienten erklären, keine Therapie.
  • Lingua plicata

    Harmlos
    Faltenzunge
    Typisches Bild
    Tiefe Furchen auf dem Zungenrücken, meist längs in der Mitte. In den Furchen können Speisereste Brennen auslösen.
    Häufigkeit
    19 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland, nimmt mit dem Alter zu.[5]
    Vorgehen
    Normvariante. Zungenreinigung empfehlen, bei Brennen an Candida denken.
  • Lingua geographica

    Harmlos
    Landkartenzunge
    Typisches Bild
    Rote, glatte Areale mit weißlichem Randsaum auf dem Zungenrücken, die ihre Lage innerhalb von Tagen wechseln.
    Häufigkeit
    Etwa 3 % der Erwachsenen weltweit.[15]
    Vorgehen
    Harmlos. Befund erklären, bei Brennen scharfe und saure Speisen meiden.
  • Linea alba und Wangenbeißen

    Harmlos
    Morsicatio buccarum
    Typisches Bild
    Weiße Leiste in Höhe der Kauebene oder zerfranste, weißliche Fläche an Wange, Lippe oder Zungenrand.
    Häufigkeit
    Lippen- oder Wangenbeißen bei 10 % der 35- bis 44-Jährigen.[5]
    Vorgehen
    Ursache ansprechen (Parafunktion, scharfe Kanten). Verschwindet die Veränderung nach Beseitigung nicht, abklären wie eine Leukoplakie.[1]
  • Herpes (rezidivierend)

    Behandeln
    Herpes labialis, intraoral am Gaumen oder Zahnfleisch
    Typisches Bild
    Gruppierte Bläschen, die rasch zu kleinen, schmerzhaften Erosionen aufplatzen, an der Lippe oder an fest anhaftender Schleimhaut.
    Häufigkeit
    20 bis 32 % der Erwachsenen in Deutschland berichten von Lippenherpes.[5]
    Vorgehen
    Heilt meist in ein bis zwei Wochen ab. Aufschiebbare Behandlungen im akuten Schub verschieben.
  • Aphthen

    Behandeln
    rezidivierende aphthöse Stomatitis
    Typisches Bild
    Runde, sehr schmerzhafte Wunde mit gelb-weißem Fibrinbelag und rotem Hof, meist unter 1 cm, an beweglicher Schleimhaut.
    Häufigkeit
    Minor-Aphthen bei 10 bis 15 % der Bevölkerung, sie machen 85 % aller Aphthen aus.[3]
    Vorgehen
    Kleine Aphthen heilen in 7 bis 14 Tagen ohne Narbe. Bei Erwachsenen mit Läsionen über 14 Tage: Biopsie.[3, 21]
  • Druckstelle, traumatisches Ulkus

    Behandeln
    Typisches Bild
    Wunde mit klarer Ursache in der Nähe, etwa Prothesenrand, scharfe Zahnkante oder Biss.
    Häufigkeit
    Prothesenbedingte Veränderungen bei 8,5 % der Totalprothesenträger (65 bis 74 Jahre).[4]
    Vorgehen
    Ursache beseitigen und nach zwei Wochen kontrollieren. Ist die Wunde dann nicht deutlich zurückgegangen, abklären.[1]
  • Soor (pseudomembranöse Candidose)

    Behandeln
    Typisches Bild
    Weiße, abwischbare Beläge. Darunter liegt gerötete Schleimhaut, die leicht blutet.
    Häufigkeit
    Selten: 0,1 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland.[4]
    Vorgehen
    Auslöser suchen (Kortisonspray, Antibiotika, Immunschwäche, Prothese) und antimykotisch behandeln.
  • Prothesenstomatitis

    Behandeln
    erythematöse Candidose unter der Prothese
    Typisches Bild
    Flächige Rötung, scharf begrenzt auf das Prothesenlager, meist am Gaumen. Oft ohne Beschwerden.
    Häufigkeit
    20 bis 67 % der Prothesenträger weltweit.[16]
    Vorgehen
    Prothesenhygiene schulen, Prothese nachts herausnehmen, Passung prüfen. Bei Bedarf antimykotisch.[16]
  • Reizfibrom

    Behandeln
    fibröse Hyperplasie
    Typisches Bild
    Glatter, derber, schleimhautfarbener Knoten, typisch an der Bisslinie der Wange.
    Häufigkeit
    8,7 % älterer Menschen in einer Übersicht aus 13 Ländern.[22]
    Vorgehen
    Exzision und histologische Untersuchung (BEMA 50, GOZ 3080).[18, 20]
  • Epulis, pyogenes Granulom

    Behandeln
    Typisches Bild
    Gestielter oder breitbasiger Knoten am Zahnfleisch, rot und blutungsfreudig oder blass und derb.
    Häufigkeit
    Keine belastbaren Bevölkerungszahlen.
    Vorgehen
    Exzision mit Histologie, Reizfaktoren (Plaque, Kanten) beseitigen. Die BEMA 50 nennt die Epulis ausdrücklich.[18]
  • Mukozele

    Behandeln
    am Mundboden: Ranula
    Typisches Bild
    Weiche, bläulich durchscheinende Schwellung, meist an der Unterlippe, oft nach Biss. Kann platzen und wiederkommen.
    Häufigkeit
    Über 16 % aller Gewebeproben bei Kindern in einer britischen Serie.[23]
    Vorgehen
    Exzision mit der beteiligten Speicheldrüse und Histologie.
  • Amalgamtätowierung

    Harmlos
    Typisches Bild
    Blau-grauer, flacher Fleck nahe einer Amalgamfüllung oder an einer früheren Extraktions- oder WSR-Stelle.
    Häufigkeit
    Häufig, keine belastbaren Bevölkerungszahlen.
    Vorgehen
    Röntgenbild zeigt oft Metallpartikel. Pigmentierung ohne klare Erklärung oder mit Wachstum abklären.
  • Raucherkeratose

    Behandeln
    Gaumen bei Pfeifenrauchern: Nikotinstomatitis
    Typisches Bild
    Grau-weiße, oft gefelderte Fläche an der Stelle, an der Rauch oder Zigarette einwirkt.
    Häufigkeit
    4,0 % der aktuellen Raucher zwischen 65 und 74 Jahren.[4]
    Vorgehen
    Rauchstopp empfehlen und kontrollieren. Bildet sich die Fläche nicht zurück, abklären wie eine Leukoplakie.[1]
  • Oraler Lichen planus

    Abklären
    auch lichenoide Läsion, z. B. an Amalgamfüllungen
    Typisches Bild
    Weißes Netz oder Streifen, meist beidseits an der Wange. Erosive Form mit roten, wunden Arealen, am Zahnfleisch als desquamative Gingivitis.
    Häufigkeit
    Rund 1 % weltweit, 0,7 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland. Entartung bei rund 1,4 %.[4, 13, 14]
    Vorgehen
    Diagnose histologisch sichern, Kontrolle spätestens alle 4 Monate. Bürstenbiopsie BEMA 05 einmal in 12 Monaten.[1, 18]
  • Leukoplakie

    Abklären
    Typisches Bild
    Weiße, nicht abwischbare Fläche, die sich keiner anderen Erkrankung zuordnen lässt. Inhomogene, rot-weiße Formen sind riskanter.
    Häufigkeit
    4,3 % der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland (2014: 0,7 %). Entartung bei rund 10 %.[4, 9]
    Vorgehen
    Ursache beseitigen. Ist die Fläche nach zwei Wochen nicht weg: Biopsie oder Überweisung. Danach dauerhaft kontrollieren.[1]
  • Proliferative verruköse Leukoplakie

    Abklären
    Typisches Bild
    Mehrere, wachsende weiße Flächen mit warziger Oberfläche, oft am Zahnfleisch.
    Häufigkeit
    Selten, aber Entartung bei 50 bis 66 %.[10, 12]
    Vorgehen
    Überweisung an MKG oder Oralmedizin, engmaschige Kontrolle.[1]
  • Erythroplakie

    Abklären
    Typisches Bild
    Leuchtend rote, samtige Fläche, die sich keiner anderen Erkrankung zuordnen lässt.
    Häufigkeit
    Selten. Bei der ersten Biopsie sind 43 % bereits ein Karzinom.[11]
    Vorgehen
    Sofort histologisch abklären oder überweisen.[1, 2]
  • Plattenepithelkarzinom

    Abklären
    Typisches Bild
    Nicht heilende Wunde mit derbem Rand, rote oder weiße Fläche, Knoten. Früh oft schmerzlos, typisch an Zungenrand und Mundboden.
    Häufigkeit
    12.880 Neuerkrankungen an Mundhöhle und Rachen in Deutschland (2023). 0,4 % der 65- bis 74-Jährigen.[4, 17]
    Vorgehen
    Unverzüglich zum Spezialisten überweisen. Jede unklare Veränderung über zwei Wochen ist verdächtig.[2]

Die Zwei-Wochen-Regel

Die wichtigste Regel für die Praxis ist einfach. Als verdächtig gilt jede Läsion, die nach Beobachtung oder Therapie über zwei Wochen keine Rückbildung zeigt und sich keiner Ursache zuordnen lässt. [1] Die S3-Leitlinie Mundhöhlenkarzinom formuliert es noch klarer: Jede länger als zwei Wochen bestehende Schleimhautveränderung ist tumorverdächtig und muss abgeklärt werden. [2]

Vorgehen bei einer unklaren Schleimhautveränderung
1Gibt es eine erkennbare Ursache (Prothese, Kante, Biss)?
NeinBiopsie oder Überweisung
Ja ↓
2Ursache beseitigt, nach zwei Wochen deutlich zurückgebildet?
NeinBiopsie oder Überweisung
Ja ↓
3Nach weiteren zwei Wochen vollständig abgeheilt?
NeinBiopsie oder Überweisung
Ja ↓
Keine Biopsie nötig. Befund dokumentieren.
Quelle: Quelle: S2k-Leitlinie 007-092, Empfehlungen 2, 3, 9 und 10; S3-Leitlinie Mundhöhlenkarzinom, Empfehlung 5.1.

Bei Verdacht auf ein Karzinom überweisen Sie umgehend. [1] Patienten mit einer mehr als zwei Wochen bestehenden unklaren Veränderung sollen unverzüglich zu einem Spezialisten. [2] Die definitive Therapie soll innerhalb von höchstens vier Wochen möglich sein, weil eine längere Verzögerung die Prognose verschlechtert. [1]

Warnzeichen sind laut Leitlinie: neu oder unbekannt lange bestehend, starke Verhornung, inhomogene Oberfläche, Erosion, Kontaktblutung, keine erkennbare Ursache. [1]

Wie oft entarten Vorläuferläsionen?

Maligne Transformation nach Art der Läsion
  • Oraler Lichen planus1,4 %
  • Leukoplakie9,5 %
  • Erythroplakie33,1 %
  • Proliferative verruköse Leukoplakie49,5 %

Quelle: Iocca et al., Head Neck 2020, Metaanalyse aus 92 Studien.

  • Leukoplakie: Weltweit haben rund 4 % der Menschen eine Leukoplakie. [8] Eine Metaanalyse mit 16.604 Patienten fand eine Entartung bei 9,8 %. Riskanter sind inhomogene Formen, Dysplasien und weibliches Geschlecht. [9]
  • Erythroplakie: Bei der ersten Biopsie lag in 42,8 % schon ein Karzinom vor. [11]
  • Proliferative verruköse Leukoplakie: Bis zu zwei Drittel entwickeln ein Karzinom. [12]
  • Oraler Lichen planus: Er betrifft rund 1 % der Menschen, in Europa 1,4 %. [13] Das Entartungsrisiko liegt nach der neuesten Metaanalyse bei 1,4 %, mit Dysplasie bei 5,1 %. [14]

Unsere Einordnung: Das Risiko ist klein, aber kumuliert über Jahre relevant. Deshalb empfiehlt die Leitlinie dauerhafte Kontrollen: bei leichter Dysplasie alle sechs Monate, bei stärkerer alle drei, beim Lichen spätestens alle vier Monate. [1]

Bürstenbiopsie, Färbung, Leuchten

  • Bürstenbiopsie: Sie sollte mit einer Bürste entnommen werden, ein Watteabstrich reicht nicht. [1] Sinnvoll ist sie bei Läsionen, die Sie beobachten wollen, bei denen aber eine Restunsicherheit bleibt. [1] Goldstandard bleibt die Histologie. [1]
  • Toluidinblau, Autofluoreszenz, Chemilumineszenz: Für die Früherkennung gibt es keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage. [1]
  • Screening-Programme: Es gibt keine Evidenz für ein wirksames Programm. Empfohlen ist die gründliche Inspektion bei der regulären Untersuchung. [1, 2]

Aphthen: wann Biopsie?

Kleine Aphthen machen rund 85 % aller rezidivierenden Aphthen aus und betreffen 10 bis 15 % der Bevölkerung. [3] Meist heilen sie nach 7 bis 10 Tagen ohne Narbe. [21] Hält eine Läsion bei Erwachsenen länger als 14 Tage an, soll biopsiert werden. [3]

Abrechnung

LeistungPositionBewertung
Eingehende Untersuchung einschließlich Mundbefund, einmal je KalenderhalbjahrBEMA 0118 Punkte [18]
Bürstenbiopsie (Zytologie), nur bei Leukoplakie, Erythroplakie oder Lichen planus, einmal in 12 MonatenBEMA 0520 Punkte [18]
Exzision von Mundschleimhaut, je ZahngebietBEMA 4910 Punkte [18]
Exzision einer Schleimhautwucherung (z. B. Fibrom, Epulis)BEMA 5037 Punkte [18]
Medikamentöse Behandlung von Schleimhauterkrankungen oder Prothesendruckstellen, je SitzungBEMA 1058 Punkte [18]
Exzision von Schleimhaut, selbständige LeistungGOZ 307045 Punkte [19]
Exzision einer größeren SchleimhautwucherungGOZ 3080150 Punkte [20]

Probeexzisionen und größere Exzisionen berechnen Sie privat laut BZÄK-Kommentar nach GOZ 3080 oder nach der GOÄ. [19]

Wie häufig ist Mundkrebs?

2023 erkrankten in Deutschland 12.880 Menschen an Krebs von Mundhöhle und Rachen, zwei Drittel davon Männer. [17] Nur etwa jeder dritte Mundhöhlentumor bei Frauen und jeder vierte bei Männern wird im frühen Stadium I entdeckt. [17] Die Inspektion der gesamten Mundschleimhaut soll Teil jeder zahnärztlichen Untersuchung sein. [2]

Häufige Fragen

Ab wann muss ich eine Mundschleimhautveränderung abklären lassen?

Wenn sie zwei Wochen nach Beseitigung der vermuteten Ursache nicht abgeheilt ist oder sich keiner Ursache zuordnen lässt. Bei Verdacht auf ein Karzinom überweisen Sie sofort.

Zahlt die Kasse die Bürstenbiopsie?

Ja, als BEMA 05 (20 Punkte), aber nur bei Leukoplakie, Erythroplakie oder Lichen planus und einmal innerhalb von zwölf Monaten.

Ersetzt die Bürstenbiopsie die Gewebeprobe?

Nein. Goldstandard bleibt die histologische Untersuchung. Die Bürstenbiopsie hilft bei Läsionen, die Sie beobachten wollen, aber bei denen eine Restunsicherheit bleibt.

Bringen Färbetests oder Leuchten etwas?

Nach der S2k-Leitlinie 007-092 nicht für die Früherkennung. Toluidinblau, Autofluoreszenz und Chemilumineszenz haben keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage.

Quellen

  1. AWMF-Register 007-092, S2k-Leitlinie Diagnostik und Management von Vorläuferläsionen des oralen Plattenepithelkarzinoms in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Stand September 2019 (abgelaufen, in Überarbeitung), 01.09.2019. Abgerufen am 02.10.2026
  2. Leitlinienprogramm Onkologie, S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms, Langversion 3.0 (AWMF-Register 007-100OL), 01.03.2021. Abgerufen am 02.10.2026
  3. AWMF-Register 007-101, S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut, Version 2.0, 30.04.2023. Abgerufen am 02.10.2026
  4. Hertrampf K et al.: Oral mucosal changes in seniors: results of the 6th German Oral Health Study (DMS • 6). Quintessence Int 2026;57(Suppl):S76–S81, 14.04.2026. Abgerufen am 02.10.2026
  5. Reichart PA: Oral mucosal lesions in a representative cross-sectional study of aging Germans. Community Dent Oral Epidemiol 2000;28:390–398, 01.10.2000. Abgerufen am 02.10.2026
  6. Kovac-Kovacic M, Skaleric U: The prevalence of oral mucosal lesions in a population in Ljubljana, Slovenia. J Oral Pathol Med 2000;29:331–335, 01.08.2000. Abgerufen am 02.10.2026
  7. Warnakulasuriya S et al.: Oral potentially malignant disorders: A consensus report from an international seminar on nomenclature and classification, convened by the WHO Collaborating Centre for Oral Cancer. Oral Dis 2021, 31.10.2020. Abgerufen am 02.10.2026
  8. Mello FW et al.: Prevalence of oral potentially malignant disorders: A systematic review and meta-analysis. J Oral Pathol Med 2018, 10.05.2018. Abgerufen am 02.10.2026
  9. Aguirre-Urizar JM et al.: Malignant transformation of oral leukoplakia: Systematic review and meta-analysis of the last 5 years. Oral Dis 2021, 18.02.2021. Abgerufen am 02.10.2026
  10. Iocca O et al.: Potentially malignant disorders of the oral cavity and oral dysplasia: A systematic review and meta-analysis of malignant transformation rate by subtype. Head Neck 2020, 05.12.2019. Abgerufen am 02.10.2026
  11. Lorenzo-Pouso AI et al.: Critical update, systematic review, and meta-analysis of oral erythroplakia as an oral potentially malignant disorder. J Oral Pathol Med 2022;51:585–593, 11.05.2022. Abgerufen am 02.10.2026
  12. Lafuente Ibáñez de Mendoza I et al.: Malignant development of proliferative verrucous/multifocal leukoplakia: A critical systematic review, meta-analysis and proposal of diagnostic criteria. J Oral Pathol Med 2022, 24.09.2021. Abgerufen am 02.10.2026
  13. González-Moles MÁ et al.: Worldwide prevalence of oral lichen planus: A systematic review and meta-analysis. Oral Dis 2021, 07.03.2020. Abgerufen am 02.10.2026
  14. González-Moles MÁ, Ramos-García P: An Evidence-Based Update on the Potential for Malignancy of Oral Lichen Planus and Related Conditions: A Systematic Review and Meta-Analysis. Cancers 2024, 31.01.2024. Abgerufen am 02.10.2026
  15. Pereira RDPL et al.: Worldwide prevalence of geographic tongue in adults: A systematic review and meta-analysis. Oral Dis 2023;29:3091–3100, 08.10.2022. Abgerufen am 02.10.2026
  16. Perić M et al.: A Systematic Review of Denture Stomatitis: Predisposing Factors, Clinical Features, Etiology, and Global Candida spp. Distribution. J Fungi 2024;10:328, 17.05.2024. Abgerufen am 02.10.2026
  17. Zentrum für Krebsregisterdaten (RKI): Krebs in Deutschland, Mundhöhle und Rachen (C00–C14), Ausgabe 2025, 02.03.2026. Abgerufen am 02.10.2026
  18. KZBV: Einheitlicher Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA), Stand 1. Januar 2026, 01.01.2026. Abgerufen am 02.10.2026
  19. BZÄK: GOZ-Kommentar, GOZ-Nr. 3070 Exzision von Schleimhaut oder Granulationsgewebe, 10.11.2024. Abgerufen am 02.10.2026
  20. BZÄK: GOZ-Kommentar, GOZ-Nr. 3080 Exzision einer Schleimhautwucherung größeren Umfangs, 10.11.2024. Abgerufen am 02.10.2026
  21. Staines K, Greenwood M: Aphthous ulcers (recurrent). BMJ Clin Evid 2015, 26.02.2015. Abgerufen am 02.10.2026
  22. Rivera C et al.: Oral mucosal lesions in a Chilean elderly population: a retrospective study with a systematic review from thirteen countries. J Clin Exp Dent 2017;9:e276–e283, 01.02.2017. Abgerufen am 02.10.2026
  23. Jones AV, Franklin CD: An analysis of oral and maxillofacial pathology found in children over a 30-year period. Int J Paediatr Dent 2006;16:19–30, 01.01.2006. Abgerufen am 02.10.2026

Stand: 02.10.2026. Allgemeine Information, keine Beratung im Einzelfall. Regionale Abweichungen der KZVen möglich.

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